Schweizer Präzision und deutsche Handwerkskunst
Seit über hundert Jahren steht der Name Aeschbach für eine einzigartige Verbindung aus Schweizer Präzision und deutscher Handwerkskunst.

Die Ursprünge von Jakob Aeschbach
Jakob Aeschbach wurde 1896 in der Schweiz geboren und absolvierte in seinen frühen Jahren eine Ausbildung zum Uhrmacher. Sein technisches Fachwissen führte ihn schließlich ins Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg, wo er eine Partnerschaft mit dem deutschen Kaufmann Philipp Weber einging. WEBER & AESCHBACH wurde am 1. April 1923 in Pforzheim gegründet – einer Stadt, die international für Schmuck und Präzisionsfertigung bekannt ist.
Gemeinsam schufen sie die Marke ARCTOS, benannt nach dem Sternbild Großer Bär. Die Partnerschaft erwies sich als äußerst erfolgreich, wobei Aeschbach sich auf technische Entwicklung und Produktion konzentrierte, während Weber den Schwerpunkt auf kommerzielle Expansion und Vertrieb legte.

Wachstum und Innovation
Trotz der schweren wirtschaftlichen Turbulenzen im Nachkriegsdeutschland und der Hyperinflationskrise der 1920er Jahre expandierte WEBER & AESCHBACH schnell.
Das Unternehmen führte Uhrmacher-Ausbildungsprogramme in Pforzheim ein, steigerte die Produktionskapazität erheblich und gehörte zu den ersten lokalen Firmen, die Schweizer Uhrwerke für die deutsche Montage importierten.
Bis in die 1930er Jahre hatte sich WEBER & AESCHBACH als bedeutender Hersteller etabliert und produzierte Uhren sowohl unter dem Namen ARCTOS als auch für verschiedene gewerbliche Kunden.

Im Jahr 1931 brachte das Unternehmen die Pforzheim-Kollektion auf den Markt, die sich hauptsächlich an deutsche Großhändler richtete. Anfang der 1940er Jahre beschäftigte das Unternehmen etwa 900 Mitarbeiter in acht Werkstätten und hatte Beteiligungen an Uhrwerkherstellern, die mit UROFA und der Produktion in Glashütte verbunden waren, erworben. Das Unternehmen befand sich in der Museumstraße 6 in Pforzheim; von diesem Gebäude existieren heute keine Überreste mehr.
Während des Zweiten Weltkriegs produzierte das Unternehmen eine beträchtliche Anzahl von Uhren sowohl für die deutsche Luftwaffe als auch für die Wehrmacht. Unten ist ein einfühlsam restauriertes Exemplar aus dem Jahr 1942 zu sehen, das sorgfältig erhalten wurde, um den Charakter und die Patina der originalen Kriegszeit-Uhr zu bewahren.

Krieg, Exil und Überleben
Als sich die politischen Verhältnisse in den 1930er Jahren verschlechterten, wurde Aeschbachs Lage in Deutschland zunehmend schwierig. Das sich wandelnde politische Klima und die Rassengesetze jener Zeit zwangen viele Unternehmen und Branchen in Deutschland zu großen Umbrüchen.
Aeschbach kehrte schließlich in die Schweiz zurück, wo er weiterhin eigenständig unter seinem eigenen Namen tätig war.
In dieser Zeit entwickelte er weiterhin neue Uhrenkonzepte und Designs, darunter das Luftfahrtprojekt, das später die moderne Aeschbach RLM-Kollektion inspirieren sollte.

Tragödie und Widerstandskraft
Der Zweite Weltkrieg brachte katastrophale Zerstörung nach Pforzheim.
Am 23. Februar 1945 wurde die Stadt einem der verheerendsten Bombenangriffe des Krieges ausgesetzt. Innerhalb von etwa zweiundzwanzig Minuten wurden rund 83 % der Stadt zerstört und schätzungsweise 17.600 Menschen verloren ihr Leben – mehr als dreißig Prozent der damaligen Bevölkerung.
Das industrielle Herz von Pforzheim lag in Trümmern, und damit verschwand auch ein großer Teil des WEBER & AESCHBACH Betriebs.

Die Wiederbelebung von Aeschbach
Nach dem Krieg kehrte Jakob Aeschbach nach Deutschland zurück und nahm die Uhrenproduktion in Zusammenarbeit mit deutschen Industriepartnern wieder auf.
1957 zog er sich nach Pforzheim zurück und verstarb 1961, wobei er ein bemerkenswertes, aber weitgehend vergessenes Kapitel der europäischen Uhrmachergeschichte hinterließ.
Heute wurde der Name Aeschbach von einer neuen Generation wiederbelebt, die entschlossen ist, dieses Erbe zu bewahren und fortzuführen.
Inspiriert von originalen historischen Designs und unter Verwendung moderner Materialien und Produktionsmethoden stellt die aktuelle Kollektion eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart dar – sie respektiert Tradition und nimmt Innovationen an.

Ein Vermächtnis unter Legenden
In den 1930er und 1940er Jahren bezogen Militär- und Luftfahrtbehörden Uhren von einer Vielzahl europäischer Hersteller, darunter Namen wie Breitling, IWC, Longines, Omega und Zenith.
Aeschbach gehört zu dieser breiteren Tradition funktionaler europäischer Uhrmacherkunst – bei der Technik, Ablesbarkeit und Zuverlässigkeit über allem standen.
Jakob Aeschbachs Weg von der Schweiz nach Deutschland und zurück, durch Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau, spiegelt nicht nur die Widerstandsfähigkeit eines Mannes wider, sondern auch die anhaltende Faszination für Handwerkskunst und mechanische Raffinesse.
Heute kehrt der Name Aeschbach als Hommage an diese Geschichte zurück – weitergetragen für eine neue Generation von Enthusiasten, die zeitloses Design, Tradition und Authentizität schätzen.

